„Wir müssen die Menschen wieder neu
für den Jazz gewinnen und müssen bei
den Kindern anfangen.“

Ali Haurand, Jazzmusiker, Bassist,
TV-Moderator

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Die Jazzszene ist heute ebenso vielfältig wie vielköpfig, auch in Baden-Württemberg. Wie in anderem Musikbereichen auch, fehlt aber mehr und mehr der Nachwuchs. Der größte Teil der Kinder und Jugendlichen hat so gut wie nie Zugang zu akustischen Instrumenten und versteht es auch nicht, sich spielerisch-rhythmisch auszudrücken. Vielmehr wird diese Generation vorwiegend durch elektronische Popklänge berieselt und nimmt Musik zudem über Videoclips eher optisch als akustisch wahr.

Der Jazzverband Baden-Württemberg sieht hier dringenden Handlungsbedarf, da es musikübergreifend gilt, das musische Publikum von morgen heranzubilden.

Seit 20 Jahren ist der Jazzverband Baden-Württemberg e.V. als Dachverband für die Jazzszene in Baden-Württemberg aktiv. Bei ihm sind derzeit 37 Jazzclubs und Musikerinitiativen organisiert, die im Jahr mehr als 600 Jazzveranstaltungen – von Clubkonzerten bis zu Festivals - durchführen. Ein wichtiger Aspekt der Tätigkeit des Verbandes ist die Schaffung eines positiven Umfeldes für den Jazz und die von Auftrittsmöglichkeiten für Musiker. Dabei ist der Verband enger Ansprechpartner des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg.

Warum „Jazz für Kinder?“


Die Jazzmusik ist mit ihren unendlichen Spielarten, Möglichkeiten und Bezugspunkten die wohl kreativste Musikform überhaupt. Zudem ist sie - zumindest indirekt - als Ausgangspunkt aller aktuellen Spielformen der Popmusik Musik für jüngere Leute vermittelbar.

Daß durch musische Erziehung in den Bereichen Tanzen, Musizieren, Gestalten und auch Zeichnen die kommunikativen Fähigkeiten geschult würden, stellte Wolf Singer, Direktor der neurophysiologischen Abteilung des Max-Planck-Institutes für Hirnforschung in Frankfurt am Main heraus, der aktuell das „enorme Defizit“ bei musischen Fächern in der Schulausbildung betont, da die Erziehung „zu einseitig auf die Vermittlung rationeller Fähigkeiten ausgerichtet“ sei (SPIEGEL 26/2004). Singer befürchtet, das sich Kinder in Deutschland zu „kommunikativen Krüppeln“ entwickeln würden.

Dazu passt die Klage des Verbandes Deutscher Schulmusiker, wonach an Gymnasien heute bereits jede dritte Musikstunde ausfällt und an Haupt- und Realschulen zwei von drei Stunden nicht stattfinden würden. An Grundschulen fänden gar bis zu 80 Prozent des in den Lehrplänen vorgesehenen Musikunterrichts gar nicht oder nur mit fachfremden Lehrern statt.

Was ist geplant?


Mitgliedsvereine des Jazzverbandes Baden-Württemberg führen bis 2010 jeweils 2 Veranstaltungen (Gesprächskonzerte, interaktive Konzerte ) jährlich im Rahmen des Programms „Jazz für Kinder“ durch, in Zusammenarbeit mit örtlichen Kooperationspartnern wie Jugendmusikschulen, Schulen, Musikvereinen usw. Mit diesem Angebot soll kontinuierlich junges Publikum für den Jazz begeistert werden. Auch haben die Kinder und Jugendlichen im Rahmen der Veranstaltungen Gelegenheit, die Spielstätten kennenzulernen, in denen Jazzmusik stattfindet, sie erleben die Spannung der Konzertatmosphäre und werden von hochkarätigen Musikern mit musikpädagogischen Inhalten kindgerecht zum Jazz hingeführt. Es wäre - nach den uns vorliegenden Informationen - die erste flächendeckende Initiative dieser Art in einem deutschen Bundesland.

Das Projekt „Jazz für Kinder“ wird durch die Baden-Württemberg Stiftung gGmbH gefördert.




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